Gedanken zum Klavierunterricht

Warum?

Musizieren fördert das Denkvermögen und die soziale Kompetenz. Studien belegen sogar, daß Bachs Musik dabei helfen kann, den Blutdruck in Griff zu bekommen, und mit Mozart und Haydn lassen sich Bahnhofsvorplätze oder dunkle Hinterhöfe befrieden. -

Zweifelsohne finden sich viele Argumente, wenn man auf der Suche nach einem äußeren Nutzwert für die Beschäftigung mit Musik ist. An dieser Stelle möchte ich mich jedoch vielmehr dem Bereich des Unzählbaren, keineswegs Äußerlichen nähern, in dem ich den weitaus tieferen Sinn des Musizierens sehe.

Beim Üben, Studieren, Denken und Spielen beschäftigen wir uns vor allem mit uns selbst. In der Musik finden wir eine Art Seelenspiegel - eine Möglichkeit, unsere innersten Vorgänge zu reflektieren und uns schließlich mitzuteilen, wo die Sprache nicht mehr hinreicht. 

Dafür gilt es allerdings, einige Mühen auf sich zu nehmen. Vom vielbeschworenen Spaß, bzw. dem unbedingten - meist per Knopfdruck verfügbaren - eitlen Vergnügen, sollte man sich wohl distanzieren, wenn es in die Klavierstunde geht. Vielmehr führt erst eine wirklich disziplinierte, intensive Auseinandersetzung, vertieftes Lernen und Erfahren und ein klar definiertes Handwerkszeug dazu, daß man beim Musizieren wahres und bleibendes Glück erleben kann. 

Wie?

In mittlerweile mehr als 20 Jahren Unterrichtserfahrung habe ich für mich herausgefunden, daß es mir die allergrößte Freude bereitet, Schülern aller Altersgruppen durch den Klavierunterricht die Mittel in die Hand zu geben, sich frei und selbstverantwortlich musikalisch zu verwirklichen - daran liegt mir inzwischen viel mehr als am Konzertieren. 

Mein Unterrichtsprinzip folgt dabei - frei nach Montessori - dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe". Daß der Weg dorthin auch über weite Strecken nach einer klaren Anleitung verlangt und natürlich weitgehend auch über die Imitation führt, steht für mich außer Frage.

Die Notwendigkeit einer gewissen Strenge entsteht dabei ausschließlich aus der Sache selbst. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken und zu lernen, zu verfeinern oder zu verbessern. Für Spannung ist im Unterricht also stets gesorgt, vorausgesetzt der Schüler bringt die notwendigen Talente wie musikalische Begabung, Neugierde und natürlich auch ein gesundes Maß an Disziplin mit.
Über die Jahre entscheidend ist für mich nicht so sehr der unmittelbare Erfolg (bei Wettbewerben etwa), vielmehr die Entwicklung, die eine Schülerin oder ein Student macht. Immer wieder erreichen wir - ähnlich wie in einem Computerspiel - Levels, von denen aus wir nicht mehr zurückfallen können, aber niemals finden wir uns im ultimativen Endspiel wieder, nach dem wir "fertig" wären. Vielmehr stellen Konzerte, Wettbewerbe und Prüfungen, um in diesem Bild zu bleiben, den Abschluss der verschiedensten Levels dar. Ziel einer Ausbildung sollte selbstverständlich sein, daß man eigenständig das Spiel weiter fortsetzen kann, sich also gewissermaßen selbst unterrichten kann.

Im Übrigen ist mir ein humorloser Umgang mit der Musik ziemlich fremd. Lachen ist mir eines der liebsten pädagogischen Mittel und wenn es nicht auf Kosten anderer oder einer gar „heiligen" Sache geht, wird in meinem Unterricht viel gelacht. Andererseits geht auch die Welt nicht unter, wenn einmal Tränen fließen. Manchmal können sie sogar eine sehr reinigende und lösende Wirkung haben. Dann heitert auch bald ein Haydenscher Spaß wieder auf, ein Schubertsches Impromptu oder ein Chopinsches Prélude spendet Trost, oder etwa ein Song von R.E.M legt sich wie Balsam auf die Seele.... -

Folgend dem Motto „Die Musik ist das Leben - noch einmal" halte ich - wie eben schon angedeutet - wenig bis gar nichts von gewissen geschmacklichen Abgrenzungen, etwa zwischen U- & E-Musik, Klassik, Jazz, Pop, Rock etc. - 

Doch damit findet der vielbeschworene Blick über den Tellerrand noch längst nicht seinen Horizont. Den Klavierunterricht sollten naturgemäß alle Bereiche des Lebens bereichern  - z. B. Literatur, bildende Kunst, Tanz - oder auch Psychologie und Soziologie, die Naturwissenschaften - ja sogar die Politik bis hin zum tagesaktuellen Geschehen. - Wer die Welt nur aus der Sicht der Übezelle erzählen kann, hat nicht wirklich was zu erzählen!

Wann, Wieviel?

Bleibt mir noch, Sie herzlich einzuladen, mich bei einer Probestunde für Sie oder Ihre Kinder kennenzulernen oder für eine solche weiterzuempfehlen. Termine und Honorare erlaube ich mir, individuell auf die Gegebenheiten abzustimmen. Weitere Informationen erfragen Sie bitte persönlich, telefonisch oder über das Web-Formular.